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TOSCA

BNN, 30.11.2011

Seit elf Jahren hält sich Giacomo Puccinis Musikdrama „Tosca“ im Repertoire des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. (...)
Bei der jüngsten Wiederaufnahme des Stückes stand Johannes Willig am Pult der Badischen Staatskapelle (...)
Mit gutem Gespür für die szenischen Effekte der Komposition machte er das schaurige „Te Deum“ zum Ende des ersten Aktes und die Folterszenen in Scarpias Palast zu musikdramatischen Höhepunkten des Abends (...)
In der Titelpartie legte Barbara Dobrzanska –stärker noch als bei der Wiederaufnahme im vergangenen Jahr – schon vom ersten Auftritt an den Akzent auf die dramatischen Farben der Figur (...)


 

Delta-news.com, 30.11.2011

Wer am Sonntag, den 27. November das Staatstheater Karlsruhe besuchte, hatte mehr Blutrünstigkeit zu erwarten, als der Fernsehzuschauer, der zu Hause den gewohnt dahinplätschernden „Tatort“ ansah. Wer wirklich „Action“ erleben wollte, Herzrasen und Schaudern war bei Tosca gerade richtig. (...)
Oper muss ja nicht logisch sein, doch die Inszenierung des 1. Aktes mit Scarpia als Monstranz tragender Bösewicht war ein schauriger Höhepunkt. Ein Bild, das wohl Gänsehaut erzeugte, doch das ich als katholisch fühlender Mensch schon als blasphemisch empfinde. Davon abgesehen schaffte es der Regisseur John Dew bei der letzten Szene von Tosca dieses Gefühl wieder auszusöhnen. Der grandiose Opernabend lebte von der perfekten Symbiose: Orchester unter Leitung von Johannes Willig, den hervorragenden Stimmen Barbara Dobrzanska als Tosca, Andrea Shin als Cavaradossi und Jaco Venter als Scarpia, des ansprechenden Bühnenbildes das „Frömmigkeit“, Leidenschaft und Macht unterstrich und der Arbeit eines Regisseurs, der kein Moment Langeweile aufkommen ließ. Es war ein wirklich geglückter und glücklicher Opernabend.

BNN, 15.06.2010

"Die Wiederaufnahme der Produktion hebt doch die musikalischen Vorzüge des Werkes noch einmal eindringlich hervor. Das ist nicht zuletzt das Verdienst des Karlsruhers Generalmusikdirektors Justin Brown, der jetzt erstmals die musikalische Leitung der Einstudierung übernahm. Brown nahm sich der Partitur mit hoher dramatischer Energie an, entfaltete im grandiosen 'Te Deum' des ersten Aktes ein düsteres Tongemälde von ebenso sakraler wie bedrohlicher Klangwucht, befeierte die hitzige Dramatik des zweiten Aktes wie auch die erregte Katastrophe des schaurigen Finales mit leidenschaftlicher Glut und wurde doch auch den kammermusikalischen Finessen etwa des Vorspiels zum dritten Akt mit feinfühliger Transparenz gerecht. Der Abend erhielt durch Brown und die zupackend musizierende Badische Staatskapelle wichtige Impulse. Die Titelpartie war bei Barbara Dobrzanska, die sich hier ein neues Rollenfach erobert, in guten Händen. Sie verlieh der Figur mit gleißenden Spitzentönen, einer dramatisch timbrierten Mittellage und packender Intensität (etwa in ihrer anrührenden Arie 'Vissi d'arte') eindrucksvolle Kontur (…)."

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