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Waltraud Meier

Waltraud Meier

Foto: Nomi Baumgartl

Die deutsche Mezzosopranistin Waltraud Meier wurde in Würzburg geboren. Sie wuchs in einem Elternhaus auf, in dem viel musiziert wurde und bereits während ihrer Schulzeit und ihres Studiums sang sie in fünf verschiedenen Chören. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Anglistik und Romanistik, nahm aber gleichzeitig auch Gesangsunterricht. 1976 entschied sich Waltraud Meier ganz für die sängerische Laufbahn und debütierte an der Würzburger Oper in der Partie der Lola in Cavalleria rusticana. In den folgenden Jahren erarbeitete sich die Mezzosopranistin ein breites Repertoire in festen Engagements in Mannheim, Dortmund, Hannover und Stuttgart. Ihr internationales Debüt gab Waltraud Meier 1980 am Teatro Colon in Buenos Aires als Fricka in Die Walküre.
Mit ihrem triumphalen Erfolg als Kundry in Wagners Parsifal begann 1983 bei den Bayreuther Festspielen ihre Weltkarriere, die Waltraud Meier in regelmäßigen Abständen an die Covent Garden Opera nach London, die Metropolitan Opera New York, an das Teatro alla Scala in Mailand, die Opéra National de Paris, die Wiener Staatsoper und an die Bayerische Staatsoper nach München führte. Nachdem die Sängerin von 1983 bis 1993 in Bayreuth als Kundry neue Maßstäbe gesetzt hatte, wechselte sie dort ins dramatische Sopranfach, in welchem sie von 1993 bis 1999 als Isolde in der legendären Tristan-Inszenierung von Heiner Müller unter Daniel Barenboim Publikum und Kritik tief beeindruckte. Ebenfalls in Bayreuth verkörperte Waltraud Meier im Jahre 2000 die Sieglinde in der Walküre des Millenniums-Rings von Jürgen Flimm und Giuseppe Sinopoli. Heute gilt die als Kundry, Isolde, Ortrud, Venus und Sieglinde gefeierte Waltraud Meier als eine der international bedeutendsten Wagnersängerinnen unserer Zeit. Auch im italienischen und französischen Fach ist sie weltweit als Eboli, Amneris und Didon sehr gefragt. Mit ihrer Darstellung der Santuzza unter Ricardo Muti eroberte sie das italienische Publikum.
Waltraud Meier arbeitete mit bedeutenden Regisseuren wie Jean-Pierre Ponnelle, Luc Bondy, Harry Kupfer, Götz Friedrich, Klaus-Michael Grüber und Patrice Chéreau zusammen. Sie sang unter Dirigenten wie Daniel Barenboim, Riccardo Muti, Claudio Abbado, James Levine, Zubin Mehta, Christian Thielemann und Valery Gergiev.
An der Châtelet Oper in Paris triumphierte die Sängerin im Parsifal, wie bereits zuvor 1991 am Teatro alla Scala unter Riccardo Muti. Die enge künstlerische Zusammenarbeit mit Daniel Barenboim und der Staatsoper Unter den Linden sowie mit der Bayerischen Staatsoper München führte sie regelmäßig auf Gastreisen nach Japan, wo sie u. a. in Walküre, Wozzeck, Tristan und Fidelio zu erleben war. Es folgten Premieren bei den Münchner Opernfestspielen mit der Rolle der Didon in Les Troyens, Neuinszenierungen bei den Salzburger Festspielen und an der Opéra Bastille als Isolde. In Chicago gab sie ihr Debüt als Fidelio-Leonore, erneut unter der Leitung von Daniel Barenboim. Mit dieser Rolle brillierte Waltraud Meier anschließend in München und Mailand. Aus der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau an Alban Bergs Wozzeck ergaben sich weitere gemeinsame Produktionen, wie zum Beispiel die Inszenierung des Tristan zur Eröffnung der Scala-Saison 2007/08, wobei Waltraud Meier – wiederum mit Barenboim die Isolde gab.

Waltraud Meier fühlt sich seit Jahren dem West-Eastern-Divan Jugendorchester verbunden, mit dem sie bei gemeinsamen Tourneen auftritt und dessen Anliegen und Ziele sie unterstützt. Waltraud Meier vertieft ihr Repertoire nicht nur sängerisch und gestalterisch, sondern erweitert es auch durch neue Rollen. So stand sie im Sommer 2010 als Klytämnestra in Elektra auf der Salzburger Festspielbühne. Die Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau führte sie mit einer szenischen Improvisation über Wagners Wesendonck-Lieder am Musée du Louvre fort.
2012 war sie u. a. in Fidelio an der Wiener Staatsoper, mit Konzertprogrammen in Athen, Moskau und Paris, als Waltraute in der Götterdämmerung an der Metropolitan Opera New York sowie Kundry in Parsifal, Marie in Wozzeck und Venus in Tannhäuser in München zu erleben.
2013 sang sie Santuzza in Cavalleria rusticana in Zürich, Ortrud in Lohengrin an der Deutschen Oper Berlin, Isolde in Tristan und Isolde in München, Sieglinde im Ring des Nibelungen an der Staatsoper im Schiller Theater Berlin und der Mailänder Scala, Klytämnestra in Elektra (in der Neuproduktion von Patrice Chéreau) beim Festival d’Aix-en-Provence und an der Opera Bastille in Paris.
2014 war sie an der Dresdener Semperoper und an der Mailänder Scala als Klytämnestra, an der Deutschen Oper Berlin als Santuzza, an der Wiener Staatsoper als Kundry und an der Staatsoper im Schiller Theater Berlin als Isolde zu erleben.
2015 und 2016 gastierte sie u. a. wieder in Moskau, Japan, Paris, London, Mailand, Madrid, Wien und für Elektra-Vorstellungen in Zürich, München, Dresden, Berlin, Helsinki und New York. 2018 kehrte sie als Ortrud in der Neuinszenierung des Lohengrin von Yuval Sharon noch einmal zu den Bayreuther Festspielen zurück.
Eine umfangreiche Diskographie und Videographie sowie viele auf DVD festgehaltene Produktionen zeugen von der Vielseitigkeit dieser in ihrer Darstellungskraft, Musikalität, stimmlichen Schönheit und Gesangskunst einzigartigen Sängerin. Die mit vielen Preisen und Auszeichnungen geehrte Künstlerin ist Kammersängerin der Bayerischen Staatsoper sowie Kammersängerin der Wiener Staatsoper und lebt in München.

KlytämnestraELEKTRA
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