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NEWS

VON ZUKUNFT Der Spielzeitrückblick

 - Foto: (c) Arno Kohlem

Starke Starts im 300. Jubiläumsjahr
Birgit Keil verabschiedet sich mit höchster Zuschauerzahl
Rekordspielzeit für JUNGES STAATSTHEATER und VOLKSTHEATER
Deutliche Steigerung der Besucherzahl bei auswärtigen Gastspielen und Rahmenprogrammen
STAATSTHEATER erreicht mehr Besucher*innen mit weniger Vorstellungen

„Unser Land ist nicht nur ein wichtiges Industrieland. Es ist auch ein Kulturland mit Weltruf! Ein Global Player der Kultur wie das BADISCHE STAATSTHEATER ist so wichtig wie der Daimler oder SAP, unsere Global Player der Wirtschaft. In solchen Kategorien müssen wir denken! Und deshalb werden wir den guten Ruf des BADISCHEN STAATSTHEATERS nicht nur einfach bewahren. Wir wollen ihn ausbauen. Und bekennen uns dadurch zugleich zu einer lebendigen, kritischen, furiosen Kulturproduktion auf allerhöchstem Niveau in der Mitte unserer Gesellschaft, die wir immer wieder erleben dürfen!“ Mit diesen wunderbaren Sätzen ehrte der Ministerpräsident Winfried Kretschmann das STAATSTHEATER am 13.1.19 zum 300. Geburtstag.

„Ich bin glücklich, dass wir in dieser Jubiläumsspielzeit einen wichtigen Schritt zur Zukunftssicherung gehen konnten. Ich habe den starken Partner an meiner Seite, den ich mir schon lange gewünscht habe. Johannes Graf-Hauber als Geschäftsführender Direktor und ich werden die Weiterentwicklung des Theaters im Dienst dieses Hauses und seines begeisterungsfähigen Publikums mit voller Kraft fortsetzen.“, sagt Generalintendant Peter Spuhler beim Rückblick. „Die Spielzeit war auch ein Neuanfang für meine starken Partnerinnen: Uta-Christine Deppermann ist meine Künstlerische Betriebsdirektorin und nun meine Stellvertreterin in künstlerischen Fragen. Das weibliche Leitungskollektiv um die Schauspieldirektorin Anna Bergmann hat für großes überregionales Interesse gesorgt. Gemeinsam mit Operndirektorin Nicole Braunger, Orchesterdirektorin Dorothea Becker und Volkstheater-Leiterin Stefanie Heiner haben sie bewiesen: Die Zukunft ist weiblich!“

Einer starken Frau dankte der Generalintendant besonders herzlich: „Es ist mir eine große Ehre, dass ich ein erfolgreiches und beglückendes Stück Deines Karlsruher Weges mit Dir und Vladimir Klos gehen durfte.“ Ballettdirektorin Birgit Keil verabschiedet sich nach 16 Spielzeiten. Ihre Nachfolgerin wird Bridget Breiner, die zuvor mit großem Erfolg das Ballett am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen geleitet hat.

„Birgit Keil geht mit einer Rekordzuschauerzahl von über 50.000 Besucher*innen,“ eröffnet der Geschäftsführende Direktor Johannes Graf-Hauber sein Saisonfazit. „Wir haben insgesamt mehr Zuschauer*innen erreicht, obwohl wir weniger Vorstellungen angeboten haben. Insgesamt 329.544 Menschen sind gekommen, um eine unserer Veranstaltungen zu sehen. Dem JUNGEN STAATSTHEATER ist es unter der Leitung von Otto Thoß gelungen, mehr junge Leute denn je anzuziehen, mit knapp 40.000 verkauften Karten und Aschenputtel als dem erfolgreichsten Weihnachtsmärchen in Karlsruhe gibt es allen Grund, zu feiern. Nahezu verdoppelt hat sich die Zuschauerzahl unserer jüngsten Sparte, dem VOLKSTHEATER.“ Das STAATSTHEATER ist viel unterwegs, bringt sich bei vielen Veranstaltungen regional und überregional ein. „Wir erreichen durch Gastspiele und theaternahe Rahmenprogramme über 40.000 Menschen, das ist ein neuer Rekord und wirklich toll!“

BALLETT Zum 300-jährigen Jubiläum ging das STAATSBALLETT einen weiteren Schritt im Sinne des Karlsruher Weges, der auf die Kreation neuer Werke und die Nachwuchsförderung setzt. Mit der Jubiläums-Uraufführung Zukunft Braucht Herkunft erzählt Thiago Bordin 300 Jahre Karlsruher Theater- und internationale Tanz- und Musikgeschichte. Die überregionale Spitzenqualität der Sparte zeigen die wiederholten Gastspiele in Bangkok, Basel und Daegu/Südkorea. Die Öffnung des STAATSBALLETTS in die Stadt manifestiert sich im großen Interesse an STAATSTHEATER FÜR ALLE, einer kostenlosen Live-Übertragung auf den Hermann-Levi-Platz von den Erfolgsballetten Schwanensee und Ein Sommernachtstraum. Am 20.7. wird zum Abschied von Birgit Keil auch die seit langem ausverkaufte Ballett Gala unter freiem Himmel zu sehen sein.
Das Ballett verzeichnet mit 50.186 Besucher*innen eine Rekordspielzeit. Die Auslastung liegt bei 98,78%.
KONZERT „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ betonte die BADISCHE STAATSKAPELLE beim Verfassungsfest in Karlsruhe. Auch das Orchester war unter freiem Himmel und im Herzen der Stadt zu hören. Das Konzert vor dem Karlsruher Schloss bildete den Auftakt zu den Feierlichkeiten. Nur ein Anlass, bei dem sich die BADISCHE STAATSKAPELLE in dieser Spielzeit engagiert hat. Sie war u. a. auch ein wichtiger Bestandteil der 300-Jahr-Feierlichkeiten des STAATSTHEATERS. Stars wie die Geigerin Alina Pogostkina bereicherten das Konzertprogramm, ebenso „Rising Stars“ wie Pianist Till Hoffman und Dirigentin Marie Jacquot.
Das Konzert blickt auf eine Spielzeit mit 36.308 Besucher*innen zurück. Die Auslastung liegt bei 84,08 %.

OPER Wichtigster innovativer „Exportschlager“ der Sparte ist das Auftragswerk Digital Freischütz, eine Virtual Reality Oper, die demnächst bei der Ars Electronica in Linz zu sehen ist und bereits in Stockholm und Helsinki gezeigt wurde. Die traditionelle Kunstform Oper wird auch für Das schlaue Füchslein mit neuester Technik kombiniert: Bayreuth-Regisseur Yuval Sharon hat mit seiner Inszenierung die Zukunfts-Reihe OPER UND MEDIENKUNST sehr erfolgreich fortgesetzt. Die einzige Produktion mit mehr Besucher*innen war der umstrittene Der Freischütz von Ring-Award Gewinnerin Verena Stoiber. Mit ihr wurde eine Brücke zu Menschen, die diese Kunstform bisher noch nicht erlebt hatten, gebaut. Die internationale Koproduktion Elektra mit den Opernhäusern von San Francisco und Prag war ein opulenter Kick-Off für den Start der Strauss-Reihe in der kommenden Spielzeit. Floris Visser sorgte mit Hoffmanns Erzählungen im Juni und Juli für ein ausverkauftes GROSSES HAUS, auch wegen der herausragenden Ensembleleistung. Die Koloratursopranistin Sophia Theodorides feierte ihren grandiosen Einstand als Olympia. Für diese Partie erhielt sie im Juni den Österreichischen Musiktheaterpreis. Fantastische Stimmen brachten die INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELE erneut nach Karlsruhe: Max Emmanuel Cencic und Franco Fagioli glänzten in der zu 100 % ausgelasteten bejubelten Neuproduktion Serse, die auch 2020 wieder auf dem Spielplan ist.
88.405 Besucher*innen kamen zu den Opernaufführungen. Damit ist die Zuschauerzahl leicht gestiegen. Sie erreicht eine Auslastung von 76,97 %.

SCHAUSPIEL Die Setzung der Sparte ausschließlich mit Regisseurinnen zu arbeiten, und die Leitung um Anna Bergmann mit einem Frauenkollektiv zu besetzen, hat internationale Aufmerksamkeit erfahren und wurde in der gesamten Theaterszene als starkes Zeichen aufgefasst. Genau wie der Spielplan, der zahlreiche Uraufführungen, Projekte und Deutschsprachige Erstaufführungen zeigte, wie How to date a feministEuropa flieht nach EuropaUnantastbar? oder The Broken Circle, einer Inszenierung von Anna Bergmann. Sie führte auch in Szenen einer Ehe Regie. Diese Inszenierung lief 30mal ausverkauft. Beispielhaft für die ausgezeichnete Qualität des Ensembles steht der junge Darsteller Thomas Prenn, der in der Rolle des Damians im Weihnachts-Tatort bundesweit Aufmerksamkeit erregte und dafür mit dem Studio Hamburg Nachwuchspreis 2019 als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet wurde.
Insgesamt kamen 65.764 Menschen ins Schauspiel. Dies entspricht einer Auslastung von 78,13 %.

VOLKSTHEATER Insgesamt knapp 200 Mitwirkende im Alter von 6 – 71 Jahren standen in den vier Neuproduktionen auf der Bühne, so viele wie nie zuvor. Die jüngste Sparte des STAATSTHEATERS hat sich im Theater und in der Stadt weiter vernetzt: Das spartenübergreifende Projekt Ladies First steht hierfür genauso wie Stresstest Grundgesetz, eine Kooperation mit dem Gorki Theater Berlin im Rahmen des Verfassungsfestes, bei der viele Karlsruher*innen beteiligt waren. Mit der digitalen Koproduktion Stage your City gastierte das VOLKSTHEATER in Linz bei der Ars Electronica und in Tifilis. Der Abschluss der Spielzeit wird zusammen mit Bürger*innen aller Generationen beim VOLKSTHEATERFESTIVAL vom 18. – 21. Juli gefeiert.
Die Sparte für die Bürger*innen und die Stadtgesellschaft hat keine feste Spielstätte. Diese wird projektbezogen ausgewählt und richtet sich nach den jeweiligen künstlerischen Erfordernissen. Damit unterliegen Auslastung und Gesamtbesucherzahl starken Schwankungen. In der jetzigen Rekordspielzeit 2018/19 besuchten 5008 Zuschauer*innen die Vorstellungen des VOLKSTHEATERS, das entspricht einer Auslastung von 86,36 %.

JUNGES STAATSTHEATER Das Wahlmärchen der Karlsruher Kinder wurde begeistert von Groß und Klein angenommen: Aschenputtel hatte die meisten Besucher*innen in Karlsruhe und die höchste Gesamtbesucherzahl. Eine besondere Gastspielreise führte die Inszenierung Jugend ohne Gott nach Karachi in Pakistan. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut konnte so der internationale Austausch erweitert werden. Aber auch national ist das JUNGE STAATSTHEATER Botschafter: Das Rock-Musical Hedwig and the angry inch über eine Drag-Queen setzte als Gastspiel in Weimar und auf dem CSD Karlsruhe ein starkes Zeichen für Toleranz und Vielfalt. Auch strukturell nahm Leiter Otto Thoß eine erfolgreiche Weichenstellung vor: Er beschäftigt weniger Gäste, stärkt dafür das eigene Ensemble, konnte dadurch mehr spielen und so die hervorragende Resonanz erreichen.
Trotz oder gerade weil viele weitere Inszenierungen mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen gezeigt wurden, zog das JUNGE STAATSTHEATER diese Rekordzahl von knapp 40.000 Zuschauer*innen an. „Das war nicht zu erwarten und macht mich einfach sehr glücklich!“ freut sich der Leiter des JUNGEN STAATSTHEATERS Otto Thoß.
Das JUNGES STAATSTHEATER erzielt mit 39.969 Zuschauer*innen einen beeindruckenden Rekord bei einer Auslastung von 88,21 %.

SERVICE Der Vorverkauf für alle bereits disponierten Vorstellungen der Spielzeit 2019/20 beginnt am 9.9.19. Für die Vorstellungen im September, Oktober, zur Weihnachtszeit sowie den INTERNATIONALEN HÄNDEL-FESTSPIELEN sind bereits jetzt Karten erhältlich. Während der Theaterferien vom 25.7.bis 9.9.19 können Tickets im Webshop unter http://www.staatstheater.karlsruhe.de gebucht werden.

 

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